Hakomi

HAKOMI ® – erfahrungsorientierte Körperpsychotherapie

Die Hakomi-Methode, die Ende der 1960er Jahre von dem US-Amerikaner Ron Kurtz und von inspirierten Therapeuten aus seinem Umfeld entwickelt und begründet wurde, ist eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie, die westliche Psychologie und östliche Weisheitslehren zusammenführt und sich unter anderem auf die Achtsamkeit als Grundprinzip stützt. Sie wird seit 1982 auch in Deutschland gelehrt.

Im deutschsprachigen Raum sind derzeit ca. 800 Personen als HAKOMI-TherapeutInnen tätig. Die Hakomi- Methode ist von der European Association of Psychotherapy (EAP) als wissenschaftlich begründetes Verfahren und als Ausbildungsgrundlage für das European Certificate of Psychotherapy (ECP) anerkannt.

tiefenpsychologische humanistische Psychotherapie

Die Hakomi®-Methode steht mit ihrem freundlichen und bejahenden Menschenbild in der Tradition der humanistischen Psychologie, die davon ausgeht, dass jeder Mensch den Schlüssel und die Ressourcen für seine Heilung in sich trägt. Das zeigt sich unter anderem daran, dass Menschen, auch wenn sie Schwierigkeiten haben mögen, nicht vorrangig als beschädigt und defizitär gesehen werden und als dysfunktional abgewertet. Der Psychotherapeut versteht sich als Begleiter und Unterstützer, aber nicht als "Macher" der Therapie.

Das Wort "Hakomi" kommt aus der Sprache der Hopi-Indianer und bedeutet "Wer bist du?" und "Der, der du bist".

Therapie bedeutet, etwas darüber herauszufinden. Sie dreht sich in erster Linie um Entdeckungen, nämlich um die Frage, wer du bist, und um deine tiefsten emotionalen Einstellungen. »Es geht nicht nur darum, wer du glaubst, zu sein. Es geht darum, wer du im tiefsten Grunde deines Herzens bist,« sagt Ron Kurtz, Gründer von Hakomi.

Gewaltlosigkeit oder das Willkommenheißen von Widerständen

Die Grundhaltung in der Hakomi-Therapie ist respektvoll, annehmend und unterstützend gegenüber allen Seiten. So ist die Therapeutin in einer Art Unparteilichkeit auch neugierig auf die Anteile im Klienten, die sich gegen Veränderungen sträuben – denn diese waren seine wirksamen Überlebens Strategien und haben ihn bis heute unterstützt. Oft dienen diese Strategien der Vermeidung von Schmerz, schränken heute sein Leben aber ein und lassen ihn z.B. nährende Erlebnisse vermeiden.

Diesen "Barrieren" begegnet die Therapeutin mit großer Würdigung. Das Unbewußte im Klienten spürt, daß die Therapeutin Widerstände willkommen heißt und kann es dadurch leichter zulassen, daß gemeinsam erforscht werden kann, wozu die "Barrieren" dienten.

über den Körper Zugang zum Unbewußten schaffen

Fallbeispiel: "Andrew sitzt zurückgelehnt auf seinem Stuhl, seine Beine überkreuz, seine Arme hinter seinem Kopf. Er strahlt Selbstvertrauen aus. "Ich weiß, ich verdiene den Doktortitel", sagt er, "und ich verstehe einfach nicht warum ich den Antrag nicht stelle." Er runzelt seine Augenbrauen und denkt darüber nach. Ich schlage ihm vor, sich vorzustellen seinen Dotortitel einzureichen und führe seine Aufmerksamkeit achtsam zu seinen inneren Reaktionen. Er braucht ein paar Momente und bemerkt dann ein enges, starkes Gefühl in seinem Solarplexus. ich sage zu ihm: "du verdienst den Doktortitel". Andrew bemerkt, wie das Gefühl stärker wird. Er bleibt bei der Erfahrung und heftige Worte werden laut: "Nein, tust du nicht, du bist es nicht wert!" Tränen treten in seine Augen und er fühlt sich klein und beschämt. Das Gewahrsein seiner Körperempfindungen konnte Andrew zu einer tieferen Wahrnehmung von Anteilen von ihm bringen, die er durch stundenlanges Überlegen und Nachdenken nicht gefunden hätte." Maryl Morgan amerikanische Hakomitrainerin
Für die gemeinsame therapeutische Arbeit und für die Aufrechterhaltung einer in diesem Sinne „heilsamen Beziehung“ hat die Hakomi-Methode einen reichhaltigen und kreativen Fundus an Interventionen und teils spielerischen Experimenten entwickelt, die erfahrungsorientiert und erkundend angelegt sind und die Aufmerksamkeit auf das gegenwärtige Erleben richten. Wie alle Körperpsychotherapien geht die Hakomi-Methode davon aus, dass unsere gesamte Selbstorganisation, zum größten Teil nicht im kognitiven (verbal ausdrückbaren) Gedächtnis gespeichert ist sondern im impliziten, unbewußten Gedächtnis, was untrennbar mit dem Körper verbunden ist. Dies können aus frühen Erfahrungen abgeleitete „Kernüberzeugungen“ sein, wie zum Beispiel: „Ich bin nicht gut genug.“ Die Hakomi-Therapeutin hält gerade auch nach körperlichen Anzeichen, wie typischen Gesten und körperlichen Haltungen, sogenannten Indikatoren, Ausschau, die den Menschen zu prägen scheinen und beginnt so auch auf körperlich-geistiger Ebene die Erforschung wenn die KlientIn ebenfalls interessiert ist.

 

Literatur:

Ron Kurtz: Körperorientierte Psychotherapie: Die Hakomi Methode
Pat Ogden, Kekuni Minton & Clare Pain: Trauma und Körper
Weiss, Johanson, Monda: Hakomi Mindfulness-Centered Somatic Psychotherapy