Achtsamkeit

Achtsamkeit in der Körperpsychotherapie

Im Alltagsbewußtsein, ist der Fokus der Aufmerksamkeit auf die Außenwelt gerichtet und unser Denken, Fühlen und Handeln läuft automatisch und schnell. Wir können in unserem Denken und Handeln auf altes Erfahrungswissen zurückgreifen und handeln weitgehend automatisch und schnell. Dies ist sehr effektiv und auch notwendig. Unser Alltagsbewusstsein ist jedoch kein wirksames Mittel, um tiefere Ebenen unseres Selbst zu erfahren und zu verändern. Deshalb stehen wir beim Ringen um Veränderung oft an dem Punkt, dass wir das Problem mit dem Verstand durchaus gut erkennen, aber die Lösungsversuche funktionieren nicht.

Achtsamkeit

ist eine Methode der Geistesschulung, die in den östlichen Weisheitslehren seit Jahrtausenden praktiziert und gelehrt wird. In den letzten Jahrzenten wird ihre positive Wirkung auf die körperliche und geistige Gesundheit auch von der Hirnforschung und Neurowissenschaft immer wieder bestätigt. In der Körperpsychotherapie arbeiten wir, wenn die KlientIn dazu bereit ist, im Bewußtseins- Zustand der inneren Achtsamkeit. In Achtsamkeit wird die Aufmerksamkeit nach Innen zu sich selbst gelenkt Dieser Bewusstseinszustand ist eine Art Gewahrsein, in dem mit weitem Fokus auftauchen darf was sich von uns zeigen möchte. Er ermöglicht uns Kontakt mit uns selbst im gegenwärtigen Augenblick auf der Ebene der Gedanken, unserer Körperempfindungen und mit all unseren Gefühlen aufzunehmen.

Dies bedeutet, dass der Fokus der Aufmerksamkeit auf dem gegenwärtigen inneren Erleben liegt. So bringt die Achtsamkeit Licht in tiefere Ebenen unseres Selbst und unserer Selbstorganisation. Wir können die Position eines "inneren Beobachters" einnehmen, der neugierig und ohne Wertung registriert, was im Augenblick in unserem Geist/Körper geschieht. Dadurch entsteht ein klein wenig Distanz zum Wahrgenommenen und wir sind nicht mehr 100%ig damit identifiziert.

unbewußte Strategien und Automatiken erkennen

Die Brille selbst, durch die man die Welt sieht, wird deutlicher, mit unseren teils belastenden automatischen Reaktionen, die aus frühen Erfahrungen entstanden sind. Aus diesen Automatismen kann ich nun durch den Abstand des Wahrnehmens und bewußt Werdens aussteigen und bekomme neue Wahlmöglichkeiten. So können Momente des Erlebens entstehen, in denen unbewußte Automatismen in ihrer prägenden Wirkung auf das ganze Leben zweifelsfrei erfahrbar werden. Hier wird es dann auch möglich gemeinsam neue Erfahrungen zu kreieren, die die persöhnliche Spielräume erweitern und den Weg zu heilsamen Entwicklungen eröffnen.

Ron Kurtz hat bereits Ende der 60 er Jahre lange bevor die Achtsamkeit in allen anderen Grundrichtungen populär wurde, die Achtsamkeit als grundlegenden Bestandteil in seine Therapiemethode eingebettet. Zahlreiche wissenschaftlichen Studien belegen, wie sich die Praxis der Achtsamkeit auf das Gehirn (Empathiefähigkeit auch und gerade mit sich selbst) auf das Selbstmitgefühl und psychische wie körperlich Gesundheit z.B. Streßreduktion, auswirkt. (siehe z.B.: Jon Kabat-Zinn, MBSR - mindfullness based stress reduction)

Literatur:
Weiss, Harrer, Dietz: Das Achtsamkeits-Buch ;
Harrer, Weiss: Wirkfaktoren der Achtsamkeit- wie sie die Psychotherapie verändern und bereichern
Harrer, Achtsamkeit und Burnout




achtsamkeit
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